Sebastian
22 Jahre, seit 16 Jahren Diabetes, Auszubildender
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Ich konnte nichts mit der Diagnose anfangen – ich war 6 Jahre alt. An eines erinnere ich mich aber gut:
Ich durfte auf einmal ganz viele Sachen nicht mehr, die ich vorher gedurft hatte. Das habe ich nicht
wirklich verstanden. Für meine Eltern war das wirklich schwer. Sie haben mich immer unterstützt, mir geholfen
und alles erklärt. Aber wenn man klein ist, dann macht man eben auch Sachen, die man nicht darf,
und das besonders beim Essen. Das ist dann immer besser geworden, je älter ich geworden bin.

Seit vier oder fünf Jahren bin ich Schiedsrichter. Das ist mein großes Hobby und Bewegung habe ich
dadurch auch genügend. Sport ist gut bei Diabetes. Die Vorbereitungen vor einem Spiel sind allerdings
immer recht aufwändig. Die Insulinpumpe muss so eingestellt werden, dass sie weniger Insulin abgibt,
Traubenzucker muss immer griffbereit sein. Ich muss immer messen, um zu sehen, wie sich die Werte
verändern und ob ich mehr Insulin geben muss oder weniger. Das geht natürlich nur in den Pausen.
Während des Spiels muss ich das „erspüren“.

Mit der Zeit spürt man seine Hypos einfach. Die schlimmsten hatte ich immer nachts. Sogar mit Notfallspritze.
Einmal haben mir meine Eltern erzählt von einer Unterzuckerung, wo sie die Notfallspritze benutzen
mussten und ich mich so dagegen gewehrt habe, dass sie sich auf mich drauflegen mussten, um die Spritze
zu setzen. Ich habe nichts dagegen tun können, mein Körper hat das quasi selbsttätig gemacht. Seitdem
ich die Insulinpumpe habe, sind die Hypos zurückgegangen. Es hat sich für mich eine Menge durch die
Pumpe verändert: Ich muss nicht mehr so viel stechen.
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Meiner Freundin habe ich nicht von Anfang an gesagt, dass ich Diabetes habe!
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Es gab schon Freundinnen, die waren von meiner Krankheit abgeschreckt, und da wird man vorsichtig.
Meine jetzige Freundin hat mich irgendwann gefragt, was ich habe, und ich habe es ihr erklärt. Damit war
dann alles OK. Sie übernimmt ein bisschen die Rolle von meiner Mutter – und sagt dann: „Hast du gemessen,
hast du gegessen, hast du dir Insulin gegeben und, und, und?“ Das ist irgendwie schon nervig, aber natürlich
auch gut für mich. Sie macht sich halt Sorgen um mich.

Mein Rat: Lass dir eine Insulinpumpe verschreiben. Damit kann man einfach viel freier und unabhängiger
leben. Ich kann sie nur empfehlen.